Antrag der BI an den Gemeinderat

Guido Kunkel (Vorsitzender der Bürgerinitiative Tunnelbau) hat sich in der Bürgerversammlung vom 24. 11. und anschließend per E-Mail mit nachfolgendem Fragenkatalog an den Gemeinderat gewandt. Der Fragenkatalog ist aus der Mitgliederversammlung vom 14. 11. 2014 hervorgegangen.

Brief an den Gemeinderat

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,

wie bereits gestern in der Bürgerversammlung angekündigt, lege ich Ihnen auf diesem Wege im Namen der Bürgerinitiative Tunnelbau im Luftkurort Heigenbrücken e.V. eine Frageauflistung vor, welche von uns bei der Reflexion der Einschätzung von Herrn Biller (vgl. Ergebnis der Machbarkeitsstudie des Straßenbauamtes Aschaffenburg) erarbeitet wurde. Wir stellen hiermit auch den Antrag, diese unsere Fragen zu diskutieren und uns ein Meinungsbild bzw. Ideen und Einschätzungen Ihres Gremiums zu den einzelnen Fragen kundzutun.

Die Bürgerinitiative Tunnelbau hatte in den letzten Monaten die Frage vorangetrieben, ob sich der Schwarzkopftunnel als verkehrstechnisches Instrumentarium eignen könnte. Ein positives Ergebnis von Herrn Billers Machbarkeitsstudie hätte viele Probleme gelöst (vgl. z. B. günstigere demografische Entwicklung, z. B. Stärkung des wirtschaftlich schwachen ländlichen Raumes, z. B. Ansiedlung von Gewerbe ect.). Nun hat sich herausgestellt, dass eine gewünschte Verkehrsnutzung momentan nicht realisierbar ist und der Tunnel lt. Planfeststellungsbeschluss verfüllt werden wird.

Nun fragen wir den Gemeinderat nach seiner Meinung bzgl. eines weiteren Vorgehens, da sich bisher v. a. die Bürgerinitiative Tunnelbau hinsichtlich einer Weiterverwendung des Tunnels öffentlich äußerte. Ein Meinungsbild des Gemeinderates wäre uns von Seiten der Bürgerinitiative wichtig, damit wir uns weiter positionieren können. Der Fragekatalog anbei soll als anregende Arbeitshilfe für Ihre Diskussion dienen.

Mit freundlichen Grüßen

Guido Kunkel, 1. Vorsitzender der Bürgerinitiative Tunnelbau im Luftkurort Heigenbrücken e.V.

Fragenkatalog

Fragen der Bürgerinitiative Tunnelbau im Luftkurort Heigenbrücken e.V. an den Gemeinderat von Heigenbrücken-Jakobsthal mit der Bitte um Beratung und Rückmeldung:

  1. Wird noch etwas unternommen, um die Verfüllung des Schwarzkopftunnels zu verhindern? Ist beabsichtigt, eine Änderung des Planfeststellungsbeschluss in Sachen „Verfüllung“ zu erwirken?
  2. Verbindet man mit dem Tunnel noch mit einem späteren Nutzen? Welche Ideen und Möglichkeiten hat der Gemeinderat für eine spätere Tunnelnutzung (z.B. Nutzung des Tunnels als Energiespeicher ect.)?
  3. Ist ein weiteres neutrales Gutachten in Sachen PKW-Tunnel zur Überprüfung der Ersteinschätzung Herr Billers erwünscht? Wie intensiv ist der Wunsch des Gemeinderates die Tunnelnutzung durch PKWs doch noch zu einem späteren Zeitpunkt zu erzielen (vgl. Vorschlag P. Winter der neutralen Überprüfung der Parameter des Aschaffenburger Straßenbauamtes z.B. durch Bacheleor-Arbeit eines Studenten der TU Darmstadt oder durch unabhängigen Gutachter)?
  4. Der Wunsch der Bürgermeister von Neuhütten, Wiesthal und Partenstein nach einer „interkommunalen Allianz“ wurde der Bürgerinitative gegenüber geäußert. Inwieweit könnte diese Kontaktaufnahme nutzen, um Synergieffekte hinsichtlich einer Stärkung der ländl. Entwicklung zu erzielen?
  5. Unterstützt der Gemeinderat die Planung und Gestaltung eines Radweges zwischen Hain und Heigenbrücken über den Pollasch? Welche Möglichkeiten der zu gestaltenden Verkehrsführung gäbe es, einen solchen Radweg mit Hilfe von EU-Geldern oder über „LEADER“ über den Pollasch zu schaffen? Könnte die Spessartbahntrasse bis zum Schwarzkopftunnel auf Hainer Seite künftig dabei als Radweg dienen? Wie könnte die Zusammenarbeit mit Laufach hier konkret aussehen?

Guido Kunkel
1. Vorsitzender

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Kommentare: 3
  • #1

    Ralf Domdey, Heinrichsthal (Freitag, 23 Januar 2015 09:11)

    Ein Straßentunnel wäre für den Hochspessart ein Segen.
    Angeblich will sich die Landesregierung für die Entwicklung des ländlichen Raumes einsetzen und weite Teile des Spessarts sind Fördergebiet - jetzt kann bewiesen werden, dass das ernst gemeint ist. So günstig, wie mit dem "aufbohren" des Schwarzkopftunnels kommt München nie mehr an eine vergleichbar gute infrastrukturelle Anbindung des Spessarts.
    Deutschland und Bayern haben dem Scharzkopftunnel und vor allem den Arbeitern, die Ihn gebaut haben viel zu verdanken. Ihn einfach zuzuschütten ist ein Frevel an der historischen und wirtschaftlichen Bedeutung des Bauwerks, das über viele Jahrzehnte zum Nutzen und Wohle Deutschlands beigetragen hat.
    Ihm als Straßentunnel eine Zukunft zu geben und die historische Bedeutung z.B. in einem kleinen Museum daneben (bitte Tunnelportal retten und dort aufstellen) zu würdigen, ist richtig und wichtig.
    Heigenbrücken hat damit eine Attraktion, der Hochspessart eine bessere Erschließung und die Menschen, die beim Bau für uns Blut, Schweiß und Tränen für uns vergossen haben eine würdige Erinnerung.

  • #2

    Ralf Domdey, Heinrichsthal (Freitag, 23 Januar 2015 12:32)

    Das Gutachten Biller belegt, dass der Straßentunnel mit überschaubaren Kosten zu realisieren ist und bescheinigt bereits eine relativ hohe Sinnhaftigkeit. Die unterstellte gute Erreichbarkeit von Heigenbrücken ist sehr subjektiv. Objektiv betrachtet scheidet der Spessart als Wohn- und Naherholungsgebiet für die Metropol-Region Frankfurt gerade wegen der beschwerlichen, steilen und kurvenreichen Anfahrt aus. 15 Min weniger An- und Abfahrt sind sowohl für uns relevant als auch für potentielle Neubewohner, die bei der EZB arbeiten oder deren Frauen nach Frankfurt zum shoppen wollen. Der Hochspessart um Heigenbrücken kann damit wie der Taunus prosperieren!
    Bei einer Ausweitung des Untersuchungsgegenstandes, mit einer Einbeziehung des Verkehrs durch die umliegenden Gemeinden und dem Kaufkraftgewinn durch Tourismus und Neubürger, lässt sich garantiert auch ein Gutachten schreiben, dass zu einem NKV>1 kommt.
    Aus Sicht der bayerischen Landesregierung muss es doch erwünscht sein, an der Entwicklung des Großraums Frankfurt zu partizipieren und quasi mit hessischer Hilfe das bayerische Nord-Süd Gefälle etwas auszugleichen.
    Wenn man zusätzlich bedenkt, dass für Fahrzeitverkürzungen im Minutenbereich für die DB Milliarden ausgegeben werden, sollte eigentlich eine Ablehnung des Projektes durch die Landesregierung schwer zu begründen sein.

  • #3

    Guido Kunkel (Samstag, 31 Januar 2015 21:28)

    Ich danke im Namen der Bürgerinitiative Tunnelbau für die angesprochenen stichhaltigen Argumente, welche dafür sprechen, eine Verfüllung des Schwarzkopftunnels zu verhindern. Die Bürgerinitiative Tunnelbau ist nach wie vor davon überzeugt, dass ein möglicher Straßentunnel enorme positive Auswirkungen hinsichtlich der Stärkung unserer wirtschaftlich schwachen, ländlichen Region des Hochspessarts hätte. Nur muss für die Umsetzung eines solchen Projektes ein politischer Konsens aller Verantwortungsträger unserer Region klar erkennbar sein.